Wer sein Haus- oder Nutztier mit einem selbstgebauten Käfig oder Stall verwöhnen will, tut dies aus bestimmten Gründen. Mal ist es das Preisniveau, das teilweise jenseits von Gut und Böse liegt. Einkaufspreis-Aufschläge von 300% sind im Zoofachhandel die Normalität. Soll heißen: Einkauf um 100 €, Verkauf um 400 €. Wers zahlen kann, spart sich eine Menge Arbeit, hat dann aber nur die Ware “von der Stange”. Und hier sind wir schon beim zweiten Grund, warum man sich Käfige selber bauen will: Nicht jeder Käfig und jeder Stall passt in die eigene Wohnung oder den eigenen Garten. Haustiere sind verschieden groß und haben unterschiedliche Platz- und Rückzugsbedürfnisse. Man wünscht sich besondere Spielmöglichkeiten oder zusätzliche Einbauten. Wer einen fertigen Käfig kauft, kann selten etwas dazubauen, weil es halt toll wäre. Wer ihn selbst baut, sammelt beim Bauen handwerkliche Erfahrung und tut sich sehr leicht, den Bauplan zu adapieren und etwas wegzulassen oder dazuzubauen.
Und hier sind wir beim Thema, was eine gute Bauanleitung ausmacht: sie führt den Handwerker Schritt für Schritt an die Materie. Aller Anfang ist schwer, besonders wenn man kein begabter Handwerker ist. Daher wird zu Beginn jeder Handgriff genau erklärt, mit zunehmender Routine und fortschreitendem Bau kann man diese Handgriffe dann voraussetzen. Schließlich ist auch der unbegabte Handwerker so weit fortgeschritten, dass es überhaupt kein Problem mehr darstellt, z. B.
- eine weitere Etage in einen Käfig einzubauen
- eine Erweiterung, wie z. B. eine umzäunte Auslaufzone dazuzubauen
- Trennbretter für den Käfig vorzusehen, damit man z.B. 2 Kaninchen schrittweise aneinander gewöhnen kann oder Meerschweinchen und Kaninchen zusammen in einem großen Käfig halten kann
- das Nagerheim zu isolieren und mit einem Wetterschutz zu versehen, damit die Tiere auch draußen leben können
- und so weiter!
Das bedeutet: Eine gute Bauanleitung darf nicht voraussetzen, dass der Nachbauer handwerklich erfahren wäre.
Weiters sollte man sich nicht auf reine Konstruktionspläne beschränken. Das Internet ist voll von Anleitungen und Ratgebern aller Art, die von ihren Konstrukteuren niemals in die Tat umgesetzt wurden. Bei diesen steht das schnelle Geld im Vordergrund, oft handelt es sich nicht einmal um Tierhalter. Soll heißen: Alles am Computer oder mit der Hand gezeichnet, jedoch nie selbst gebaut. Was dabei herauskommt, kann man sich vorstellen: Entweder der Käfig weist statische Fehler auf, steht nicht auf allen Vieren, Maße stimmen nicht zusammen, Materialien sind nicht im Baumarkt erhältlich, der Lebensraum ist nicht artgerecht usw.
Das bedeutet: Ein guter Bauplan muss auch in die Tat umgesetzt worden sein.
Diese Vorgaben habe ich im Nagerkäfig Perrine einfließen lassen. Wer den Bauplan schon mal gesehen hat, kann das bestätigen!











